PRAXISGEMEINSCHAFT
Dr. med. Hedrich
Samborski

Corona-Pandemie

 

Sehr geehrte Patienten, aufgrund der Coronapandemie ist unser gesellschaftliches Leben stark eingeschränkt!

Der gemeinsame Kampf mit all den Entbehrungen zielt dahin, die Übertragung des Virus von einem Menschen auf den anderen zu verhindern.

Warum ist das so wichtig? Was unterscheidet das Virus von anderen Erkältungserregern?

Mit den allermeisten Erregern stecken wir uns bereits in der Kindheit an. Dabei verlaufen die Infektionen meist unproblematisch, so auch bei Corona und Kindern. Später verfügt das Immunsystem über Gedächtniszellen, so dass bekannte Erkältungserreger wie RSV, Rhinoviren, Influenza- und Parainfluenza in der Regel leicht- bis mittelgradige Erkältungsepisoden verursachen.

Eine Coronainfektion verläuft anders!

Das Immunsystem kennt „Corona“ noch nicht. Es reagiert spät, so dass eine massive Vermehrung der Viruspartikel in der Mundschleimhaut erfolgen kann.

Diese Viruspartikel werden dann beim Sprechen ohne Maske bis zu 6 Meter weit in den Raum geschleudert. Je mehr Viren der Gesprächspartner einatmet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit seiner Ansteckung. Regelmäßiges Lüften, Abstand und das Tragen einer Maske macht eine Ansteckung wiederum unwahrscheinlich, da die Viruslast im Raum abnimmt. Deutlich weniger Infektionen sind auf Schmierinfektionen zurückzuführen aber trotzdem möglich. Also auch das Händewaschen und desinfizieren von kritischen Oberflächen gehört zu den Präventionsmaßnahmen.

Die Zeit der Virusvermehrung im Mund beträgt bis zu 5 Tage, ohne dass Erkrankungssymptome bestehen können.

Das macht einige Menschen zu „Superspreadern“.

Das sind also besonders infektiöse Personen ohne Symptome mit vielen Kontakten zu anderen Menschen. Genau diese Besonderheit macht das Virus so erfolgreich und virulent! Leider trifft das auch auf Kinder zu.

Breitet sich der Infekt dann auf die tieferen Atemwege aus, kann eine überschießende Immunreaktion mit schweren Entzündungsprozessen im Körper stattfinden. Die Folge sind schwere Erkrankungsverläufe mit schlimmen Konsequenzen für einzelne Patienten. Dabei sind Patienten mit chronischen Vorerkrankungen im mittleren bis fortgeschrittenem Alter besonders betroffen.

Fasst man alle Todesfälle verursacht durch Erkältungserreger (inklusive Influenza!) zusammen, so muss derzeit von einer 20-fachen Sterberate durch Corona bedingte Infektionen, verglichen mit den bekannten Erkältungserkrankungen, ausgegangen werden.

2 von 100 Covid19-Erkrankte versterben derzeit in Deutschland!

Diese Sterberate wäre deutlich höher, wenn schwer erkrankte Patienten nicht intensivmedizinisch versorgt werden würden. Künstliche Beatmung, die vereinzelt über Wochen notwendig ist, belastet jedoch den Organismus extrem, so dass Jahre nach einer solchen Erkrankungsepisode immer noch mit Einschränkungen der Lebensqualität zu rechnen ist.

Weiterhin gibt es bisher keine gut wirksamen Medikamente gegen die Infektion. Häufig kommen nur symptomlindernde Medikamente zum Einsatz. Effektiv wirksame Virustatika stehen derzeit nicht zur Verfügung!

Die Therapie, die Sie im Krankenhaus erwarten können, besteht darin, Zeit zu gewinnen, bis das Immunsystem die Infektion selbst beherrscht. Zeit gewinnt man durch eine gute Überwachung, Pflege und dem Erkennen und Vermeiden von Komplikationen. Die Intensivpflege bindet jedoch enorme Krankenhausressourcen – Betten, Medikamente, Hilfsmittel, Fachpersonal.

Die notwendigen Maßnahmen der Prävention sind einfach und von jedem umsetzbar:

-  Abstand halten
-  Maske tragen
-  Hände waschen
-  regelmäßiges Lüften
-  Kontakte vermeiden

Eine vitaminreiche Ernährung, das Weglassen von Nikotin und Alkohol, adäquate Kleidung, Bewegung und regelmäßiges Gurgeln sind weitere wirksame Maßnahmen, um Infekte zu vermeiden.

Abschließend noch einige Bemerkungen zum Corona-Impfprogramm:

Immunität zu erlangen geht über zwei Wege: Die Infektion zu durchleben mit der obigen Komplikationsrate oder sich impfen zu lassen. Beim Impfen sind keine Erkrankungskomplikationen zu erwarten bei einer sehr guten Wirksamkeit von bis zu 90%.

Die in Europa zugelassenen Impfstoffe sind vollumfänglich an tausenden von Freiwilligen getestet worden. In nur ganz vereinzelten Fällen sind leichte bis mittelgradige allergische Reaktionen aufgetreten. Diese sind durch Medikamente gut beherrschbar. Es wurde eindeutig nachgewiesen, dass der Nutzen der Impfung dem Impfrisiko weit überwiegt.

Genauere Informationen finden Sie unter www.coronavirus.sachsen.de

Lassen Sie sich impfen, sobald dies möglich ist. Sie werden den Aufruf bzw. das Angebot zum Impfen in den nächsten Wochen und Monaten erhalten.

Nutzen Sie auch regelmäßig Antigen-Schnelltests, um unerkannte Infektionen zu erkennen und schnell darauf reagieren zu können.

Mit besten Wünschen, insbesondere für Gesundheit und fallende Infektionszahlen

Ihr Hausarzt - Dr. med. Henry Hedrich